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Fukushima [, oder April April.]

Veröffentlicht: 27. März 2011 in Aktuelles., Nachrichten.
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Nun habe ich mich seit dem Erdbeben-Tsunami-Unglück in Japan gut darum gedrückt auch mal meine ganz persönlich Meinung zu diesem Drama kund zu tun. Aber ich schaffe es nicht länger meine Klappe zu halten, wenn ich Artikel wie diesen hier lese, denke ich mir „haben wir etwa schon den 1. April?“. Ich find es echt eine Dreistigkeit, wie die japanische Regierung und das Betreiberunternehmen Tepco ihre Witzchen mit der Lage des Unglücks-AKWs machen.  Sie geben zuerst Infos raus, um diese dann wieder zurück zu rufen und ihnen selbst nicht mehr zu glauben. Sie verwirren somit die Menschen, und keiner weiss mehr, was überhaupt gerade los ist.
Ein einziges Hin und Her, und wenn man die Möglichkeit hat, wird einfach die Schuld auf den kleinen Bürger abgewälzt, wie eben diese drei Männer, die in dem verseuchten Wasser standen und sich nun in einem Spezialkrankenhaus befinden. Die Zeit dieser Männer ist damit besiegelt, und alles, weil die Informationen einfach unterschlagen wurden. Es heißt zwar ebenfalls, dass ein paar Männer Warnmeldungen ignoriert hätten, aber was da wirklich abgelaufen ist, werden wir wohl nie erfahren.
Die Meldung über die millionenfach-erhöhte Strahlenmessung wurde auch widerrufen, vermutlich in der Hoffnung, dass die Menschen so weniger in Panik verfallen, aber wenn ich mit logischem Menschenverstand darüber nachdenke, müssen nach diesem Chaos doch nur selbstverständlich alle in Panik verfallen.
Kann es überhaupt noch schlimmer kommen, fragt man sich? Wie weit sind wir von einem Super-Gau entfernt? Die Lage im Reaktor Nr. 2 ist scheinbar schon komplett ausser Kontrolle, was soll da denn noch schlimmer werden? Kann man doch wirklich nur hoffen, dass es Menschen gibt, die freiwillig weiter kämpfen, denn vom Abhauen und das Gebäude sich selbst zu überlassen wird die Lage vermutlich keine Besserung finden. Ich will nicht wissen, wieviele Menschen in diesem Unglück wieder verheizt werden, nur weil Tepco weiterhin Profit scheffeln wollte. Hätte man letztes Jahr wie geplant das Unglücks-AKW abgeschaltet, wäre die Katastrophe vielleicht nicht komplett ausgeblieben, aber vermutlich hätte es nicht dieses Ausmaß an Drama angenommen. Und hätte man nicht vertuscht, dass einige der Überprüfungen gar nicht statt gefunden haben, die eigentlich auf dem Plan standen, hätte man sicherlich jetzt auch nicht die Lage, die man nun hat.
Man meint, dass in EINEM!!! der Reaktoren scheinbar das Containment Risse oder einen Bruch aufweisen könne. Nun bleibt aber die Frage, wie das Wasser in jedem der Reaktoren Verseuchung aufweisen kann? Kann es von einem Reaktor zum anderen springen? Hat es überirdische Kräfte? Ich vermute, die Frage wird noch eine Weile offen bleiben, aber die Tepco wird uns sicher irgendwann, so in 25 Jahren, wenn man annimmt, die Katastrophe ist nicht mehr so fest in den Köpfen der Menschen verankert, aufklären. Ganz ganz bestimmt wird sie das tun. *Ironie_off*
Wenn ich mir also diese ganze Informationspolitik anschaue, dann ist es vermutlich Taktik, Fakten zu streuen, um sie dann wieder zu zerstreuen. Wenn der Mensch sich doch nur einmal entscheiden könnte. Aber das ist wohl das schwierigste überhaupt – schon immer gewesen.
Ausgetretenes verseuchtes Wasser, welches ins Meer gelangt ist, wird schnell verdünnt, so heißt es. Wäre es denn nur Jod-131, wäre es ja nicht so schlimm, dann könnte man eine Warnung rausgeben, dass man zwei Wochen das Wasser nicht betreten sollte, und gut wäre es, denn die Halbwertzeit liegt bei nur 8 Tagen. Da aber in Fukushima auch das hochgiftige Plutonium verwendet wird, welches eine Halbwertzeit hat, die ins Unendliche geht, ist die Lage nicht ganz so ungefährlich, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass das Jod-131 austritt, aber das Plutonium sich denkt „och bleib ich mal im Reaktor, will den Menschen nicht ganz so doll schaden“. Schön wärs.

Ich habe schon vor über einer Woche gesagt, dass mein Liebster das ganze Ausmaß ein wenig zu rosarot sieht. Da hieß es noch ungefähr so, dass ich ja keine Ahnung hätte. Aber man muss sich doch nur durch diesen Jungle an Informationen klicken und ein wenig Menschenverstand einsetzen, und schon sieht man, dass wir unweit der Tschernobyl-Katastrophe sind. Die Realität kann ganz schön hart sein, nicht wahr?

Am Abend des 11.03.2011 wollte ich eigentlich mit meinem Freund zu seiner neuen Band, ich hatte mich schon so darauf gefreut endlich seine Stimme mit Gesang zu hören. Ich weiss nicht wieso, aber bisher hat er mir immer erzählt er könne das ja nicht, allerdings ist fraglich wieso ihn dann eine Band aufnehmen sollte!? Macht für mich nicht so rechten Sinn, wie dem auch sei, es wurde sowieso nichts draus, wegen schlechter Absprache, und der Schüchternheit meines Freundes.

Irgendwie sagte ich dann aus Spass, dass es doch cool wäre wenn wir tanzen gehen würden, gesagt getan – wir schauten im Internet was die Gegend hier so hergibt, und so kamen wir drauf, das in der Meier Music Hall, welche in Braunschweig zu finden ist, das 2. Festival of Darkness statt findet.

Es waren für Freitag Combichrist, Diorama, Frozen Plasma, Lahannya angesagt, und für Samstag Moon.74, Staubkind, Noisuf-X, Solar Fake, Mina Harker, Nachtmahr angesagt.

Aber bevor ich berichte, wie ich die Musik auf mich wirken lassen konnte, muss ich nochmal kurz zurück in das kleine beschauliche Städtchen Hornburg springen, wo wir ja immer noch waren. [Freitag Abend gegen kurz nach 20Uhr] Wir machten uns also fertig für den Abend, ich legte mein Nietenhalsband an, und fühlte mich seit langem mal wieder so richtig wohl. Ich dachte nur, „endlich“. Ich ließ meine Gedanken kreisen, die Vorfreude war riesig, aber sie hielt sich noch in Grenzen. Mein Freund bestellte das Anruftaxi, welches 22.22Uhr kommen sollte. Aber die Zeit schritt voran, aber es kam und kam kein Taxi. Also versuchte ich mit meiner Handylampe die Nummer des Unternehmens heraus zu finden, um dort gleich nachzufragen wo unser Fahrer bleibt. Die Frau am Telefon versuchte den Fahrer zu erreichen. Jener meldete sich auch sofort, und teilte mit, dass er keine Ahnung habe wo die Bushaltestelle sei, zu der er muss. Wir sagten ihm die Strasse durch, diese gab er dann in sein Navigationssystem ein, und kurz drauf war er dann auch da, nachdem ihm die Dame am Telefon nochmal sagte „gib Takke“.

Wir sprangen ins Auto, und die rasante Fahrt begann. Wir mussten in kürze den Zug im Nachbarort Schladen erreichen, welcher in ca. weiteren 5 Minuten fahren sollte [normal braucht man ca. 10 Minuten bis Schladen]. Er gab uns noch den Hinweis „schnallt euch an“, und los gings. Ich hatte schon mal mit dem Zug abgeschlossen, aber wir erreichten den Bahnhof in unglaublichen 3 Minuten – sagenhaft. Mein Freund nannte es nicht Fahrt, sondern Flug.
Wir konnten in Ruhe in unseren Zug einsteigen, nur leider hatten wir noch kein Ticket für mich, da wir im Taxi keins brauchten. Ich dachte mir so „holst du dir im Zug“, nur kam im Zug kein Schaffner, weshalb ich auch kein Ticket bekam. Egal, Geld gespart, was wir später noch brauchen sollten. Am Bahnhof holten wir fix Geld, und stiegen ins nächste Taxi [zum Glück], und ließen uns zur Meier Music Hall fahren. Selbst mein Freund gab zu „Laufen wäre wohl doch ein wenig weit gewesen“.

Bei der Music Hall angekommen stand schon vor der Tür schwarz gekleidetes Klientel, welches darauf hinwies, dass die Stimmung in den Räumlichkeiten schon sehr gut war, denn die Zeit war schon fortgeschritten, waren wir doch erst gegen 23:30Uhr vor Ort, und Einlass war bereits 19Uhr. Leider verpassten wir auf Grund dessen die ersten Bands des Freitag Abends. Nachdem wir unsere Kombitickets hatten, und der Rucksack + Jacke in der Garderobe verstaut waren, erhaschten wir noch die letzten Blicke auf Frozen Plasma, und als Höhepunkt des Freitag Abends sahen wir noch Combichrist, welche ich schon durch einen Freund, und diverse Clubbesuche kannte. Die Klänge waren hart aber eindringlich, genau so wie ich es liebe. Meine Beine bewegten sich wie von selbst, und ich fühlte mich einfach nur gut. Selbst die vielen Menschen machten mir in diesem Moment kaum etwas aus. 🙂
Zum Ausklang ließ man noch Musik aus dem selben Genre laufen, wozu dann noch einige Tanzwütige in die vollen gingen, und den entstandenen Platz nutzten. Wir hatten uns mittler Weile hinter die Hauptbar zu ein paar Barhockern gesellt, welche uns zwischendurch immer mal kurz ausruhen ließen, aber meine Beine ließen mich kaum still stehen, hatte ich genau das doch so lange vermisst.
Gegen 2Uhr bekam ich dann irgendwie Hunger, und ich schaute mal nach, was man so bekommen konnte. Das Gedränge an der Snackbar war gross, und die Dame, welche hinter der Theke stand hatte alle Hände voll zutun. Ich wählte einen Cheeseburger Bacon, und kurz drauf kam noch mein Freund um sich einen Hamburger Bacon zu bestellen.
Die Zeit war mittler Weile schon recht weit fortgeschritten, und so kamen dann auch schon die Mitarbeiter an um uns mitzuteilen, dass sie doch jetzt so langsam mal gern Feierabend hätten. Ein Blick auf die Uhr verriet mir das es gerade mal kurz nach 3Uhr war. Der nächste Zug würde erst nach 6Uhr kommen, und wir befanden uns mitten im Gewerbegebiet, wo wir um diese Zeit auch nicht mehr wegkommen würden.
Ich dacht mir nur „prima“. So holten wir also unseren Rucksack und die Jacke von der Garderobe ab und gingen vor die Tür. Eine kurze Überlegung machte uns klar, dass wir wohl oder übel schon wieder mit Taxi fahren müssten, nur dieses Mal von Braunschweig bis ???, ja bis wohin war uns selbst nicht klar, denn wir hatten bis dato keine Ahnung wie viel uns dieser Spass kosten würde. Wir schnappten uns ein Taxi, denn die waren gerade sehr begehrt, da alle anderen Gäste auch irgendwie weg kommen wollten, es aber nur eine eingeschränkte Anzahl von eben diesen gab. Der Taxifahrer sprach gebrochen Deutsch, und verstand erst noch nicht so recht was wir von ihm wollten. Als er kapiert hatte das unsere Fahrt etwas länger sein sollte, [wir sagten erstmal bis Schladen, in der Hoffnung das unser Geld bis dahin reicht]meinte er, dass wir erstmal tanken müssen, da sein Tank sonst wohl nicht reichen würde. Wir fuhren also zur Tanke, und von da aus über die Autobahn nach Schladen. Fast in Schladen angekommen merkten wir, dass unser Geld scheinbar doch noch ein Stück weiter reichen würde, und so baten wir den Fahrer doch noch bis Hornburg weiter zu fahren, und uns an einer Bushaltestelle unserer Wahl raus zu lassen. Wir gaben ihm unser letztes Geld, rundeten auf, bedankten uns, und wünschten dem Fahrer noch eine gute Heimfahrt.
Gott, ich war so heilfroh, als wir ein paar Minuten später das Haus erreichten, und wir uns ins Bett legen konnten. Ich nahm meine Tablette, und kurz drauf überkam mich auch schon die Müdigkeit, welche mich in einen tiefen Schlaf [mit verwirrenden Träumen] brachte. So endete also unser erster Konzertabend.

Am Samstag, also am 2. Festivalabend hatten wir uns vorgenommen direkt zur ersten Band in Braunschweig vor Ort zu sein. Ich stellte als den Wecker, welcher uns pünktlich weckte. Am Tag zuvor hatten wir extra noch recherchiert wie wir wieder nach Braunschweig kommen. Meine Idee war ja, dass wir Svens Eltern fragen, ob sie uns nach Schladen zum Bahnhof fahren, aber diese Möglichkeit fiel aus, da keiner zu Hause war als wir aufwachten [blöd]. Ausserdem sollte ein normaler Linienbus nach Schladen fahren, wir gingen also pünktlich zur Bushaltestelle, um dann festzustellen, dass dieser Linienbus wieder ein Anruftaxi gewesen wäre. Ich wäre am liebsten explodiert, aber Sven konnte ja nun auch nix dafür, also versuchte ich ruhig zu bleiben, und bat ihn bei dem Taxiunternehmen anzurufen. Diese bestätigten uns die Misere, aber da uns keine Zeit blieb bestellten wir uns ein normales Taxi. Der Taxifahrer war zufällig unser Tiefflieger, er grinste schon als er uns sah, teilte uns leider mit, dass er uns nicht als Linientaxi fahren könne, sondern eben nur als normales Taxi, da wir nicht früh genug angerufen hatten. Wieder hatten wir viel zu wenig Zeit, aber noch viel im Gegensatz zum Vortag. 10 Minuten sollten locker reichen, und so konnten wir noch locker unseren Zug erreichen, während eines doch sehr amüsanten Gesprächs mit dem Fahrer, welcher wohl wirklich schon als Tiefflieger bekannt und geliebt wurde. 😉 Innerhalb von 5 Minuten waren wir am gewünschten Bahnhof, gaben ihm noch das Geld, und konnten beruhigt auf den Zug warten, welcher kurze Zeit später in den Bahnhof einfuhr.
Im Zug nahmen wir bequem Platz, ich mal wieder ohne Ticket, was auch bis zum Ende der Zugfahrt so blieb. In Braunschweig mussten wir dann noch eine Filiale unserer Bank suchen, welche sich in der Nähe der Schloss-Arkaden befand. Als wir Geld getankt hatten, hörte ich seltsame laute Musik, und ich ging in die Richtung links um die Ecke, wo wir dann auch sahen woher diese kam. Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig wanderte mit einer kleinen Gruppe von Demonstranten Richtung Domplatz. Mein Freund verzog gleich das Gesicht, und so ging ich nicht weiter auf diese Veranstaltung ein.
Mit der nächsten Tram M1 fuhren wir dann weiter zur Schmalbachstrasse, welche sich ganz in der Nähe der Meier Music Hall befindet. Mit uns waren einige, die der schwarzen Szene auf den ersten Blick angehörten unterwegs, so konnten wir unseren Ausstieg auch nicht verfehlen. Am Meier angekommen mussten wir noch ca. eine halbe Stunde warten, denn wir waren ein wenig zu früh vor Ort. 19Uhr sollte Einlass sein, welcher sich aber ein wenig nach hinten verzögerte. Wir standen recht weit vorne, und soviele Konzertfreunde waren noch nicht anwesend. Wir gaben die Jacken und den Rucksack wieder ab, und schauten als erstes in den Merchandise Bereich, wo schon die Bandshirts, und diverse andere Artikel der Bands auslagen. Für mich gab es ein T-Shirt von Staubkind, und ich nahm mir gleich Autogrammkarten für spätere Stunden mit. 🙂 Danach zog ich auf dem stillen Örtchen gleich das Staubkind-T-Shirt über. In der Halle war noch recht viel Platz, was uns einen wunderbaren Platz in der ersten Reihe bescherte.

Kurz vor 20Uhr begann dann unser 2. Festival Abend mit dem Newcomer Moon.74, welcher ganz alleine die Bühne betrat. Sein Programm war recht kurz, aber doch empfehlenswert, meinen Ohren gefielen seine Klänge auf jeden Fall. Sein Auftritt endete mit seinem Gesang inmitten der Fans, also hautnah unten in der Halle, komplett ohne Kontaktangst.
Ein paar Minuten nach 20Uhr kam dann auch schon Staubkind, mein persönliches Highlight des Abends. Die Lieder konnte ich durchweg mitsingen, was ich am Ende des Konzerts auch meinem Hals anmerkte. Louis schien sehr aufgeregt, denn als er die Menge zum Mitmachen animieren wollte, sprach er die Menge beim zweiten Mal mit Hamburg an, und bei einem weiteren Mal mit Bochum und Leipzig, was er dann versuchte damit ins lächerliche zu ziehen. Die Menge nahm ihm dies aber nicht krumm, sondern machten einfach mit. Sein Programm zog er souverän weiter durch, und animierte die Menge abermals bei der Textstelle dein Engel schweigt bei dem gleichennamigen Song mitzumachen, bis es so laut war, dass es sich gut anhörte. 🙂 Leider hatte Louis und Band nur 40 Minuten, was für meinen Geschmack viel zu wenig war. *seufz*
Nach dem Staubkindauftritt begaben wir uns wieder zum Merchandise Bereich, wo ich Louis erhoffte. Da dieser aber erst zusammen mit seiner Band die Instrumente weg räumte, und scheinbar eine Pause einlegte, schaute ich zuerst an den Stand von Moon.74, wo der Sänger selbst uns seine Aufwartung machte, und mir gleich bereitwillig ein Autogramm gab, mit dem Spruch „heute ist CD kaufen Pflicht wenn man ein Autogramm will“ und grinste mich an. Wir unterhielten uns noch kurz, und setzten uns dann in den Bereich der Kaffeebar, wo man gut sehen konnte, wenn weitere Künstler in den Merchendise Bereich kamen. Unterdessen Besorgte Sven uns was neues zu Trinken, denn ich schwitzte immer noch vom Tanzen bei den ersten beiden Bands.
Während wir unsere Füsse ein wenig Pause gönnten, fing die nächste Band an zu spielen, diese sahen wir leider nicht, aber die Klänge von eben dieser erreichten uns auch an der Bar, und diese gefielen. Noisuf-X (X-Fusion) war mir vorher auch schon ein Begriff, und so hätten meine Beine unentwegt weiter tanzen können.
Kurz vorm Ende deren Auftritts kam Endlich Louis und sein Bandkollege in den Merchandise Bereich, und verließ diesen auch gleich wieder, zu mir gewandt mit den Worten „ich komm gleich wieder, keine Angst“, und lächelte dabei. Kurze Zeit später stand er dann auch mit seinem Bandkollegen hinter seinem Stand. Ich sprang direkt wieder zu ihm, und so war ich die Erste die Autogramme von ihm bekam. Im Anschluss bat ich ihn noch um ein Foto mit mir, welches er mir auch bereitwillig, in den Arm nehmend ermöglichte. [Ich war so hibbelig und aufgeregt, dass ich das alles wie im Rausch aufnahm. Ich war glücklich, einfach nur glücklich. Hatte ich doch beim letzten Konzert nicht diese Nähe zu Louis gehabt. Ich hätte nie gedacht, dass er so nett und normal ist. Das er einfach ein Gespräch zu ließ, total locker, kein bisschen eingebildet, was man ja sonst so von Künstlern so gewöhnt ist.]
Nach erfolgreicher Autogrammstunde schlugen wir uns wieder zur Bühne durch. Mittlerweile war die Halle voller geworden, aber man konnte noch problemlos bis zur Bühne gelangen, wo unser Platz noch frei war. Die nächste Band war Solar Fake, das Soloprojekt von Sven Friedrich. Er präsentierte sein Debütalbum „Broken Grid“ eindrucksvoll. Er überzeugte mich absolut, und das nicht nur aufgrund seines püppchenhaften zerbrechlichen Aussehens, sondern vor allem mit seiner atemberaubenden Stimme, die mich sofort mitriß und schmelzen ließ. Ein Bild von Sven einzufangen war nahezu unmöglich, da er die ganze Zeit auf der Bühne rumsprang, und so die Masse verzauberte. Absolut empfehlenswert. Seine Stimme erinnert ein wenig an VNV Nation Sänger Ronan Harris, und wie ich später zu Hause feststellte, gehört seine Stimme der wohl länger bekannten Band Zeraphine an, welche mir natürlich eher bekannt war. ❤ Der Auftritt war für mich das zweite Highlight neben Staubkind, leider auch nur 40 Minuten lang. 😦
Als nächstes sollte uns Mina Harker mit Band besingen, aber schon nach den ersten Klängen drehte sich mein Magen um, und ich dachte nur „och nö, was ist das denn“. Ich zog es dann vor noch eine Fusspause einzulegen, und wir zogen uns zur Kaffeebar zurück, was meinen Ohren wirklich besser gefiel. Diese Musik von Ferne noch zu hören reichte vollkommen aus um sie nicht zu mögen. Meinet wegen muss ich diese Frau nicht noch einmal hören, oder sehen, denn sie war absolut nicht mein Fall.
Während dessen hatte Sven Friedrich mit seinem Bandkollegen die komplette Ausrüstung im Bus verstaut. Sven ließ sich kurz drauf dann im Merchendise Bereich blicken, um noch ein bisschen Smalltalk mit Moon.74 und Louis zu führen. Als ich das mitbekam, ging ich auch nochmal zu ihnen, um die gesellige Runde zu stören. Ich fragte vorsichtig Sven ob er auch noch bereit wäre mit mir ein Bild machen zu lassen, was er gleich total nett bejate, und ich freute mich wie ein Kullerkeks. Anschließend bat ich ihn auch noch um ein Autogramm, was ich dank Moon.74, der mir seinen silbernen Edding borgte, dann auch direkt noch auf einer Solar Fake Karte bekam. Glücklich schwebte ich zurück auf den Barhocker vor der Kaffeebar, und erfreute mich an meiner Ausbeute des Abends an Autogrammen.
Kurz bevor Miss Harker endlich ihren Auftritt beendet hatte, fiel mir noch ein, dass ich noch ein Geschenk für jemand besorgen könnte, und so störte ich nochmal im Merchandise Bereich, was mir aber keineswegs übel genommen wurde. 🙂
Den Abschluss des Abends bildete die österreichische Industrial Band Nachtmahr mit einer geballten Ladung Energie in ihren Songs, welche schon ein wenig härter klangen, aber die Beine wieder unaufhörlich zappeln ließen. Untermalt waren ihre Songs mit einer Leinwand, welche Antikriegsparolen in Form von Zitaten zeigten, wie z.B. „Am Ende werden nicht die Worte unserer Feinde sein, sondern das Schweigen unserer Freunde an das wir uns erinnern.“ von Martin Luther King jr., und ähnlichem. Der Sänger feuerte das Publikum auch mehrfach an, und stellte mitten drin die Frage, „was ist Industrial“, worauf die Antwort kam „du nicht“, was meinerseits für einem kleinen Lachanfall sorgte. Die Band zog die Masse mit, und hatten verdienter Maßen 60 Minuten Zeit für ihren Auftritt.

Nach der letzten Band verspürte ich dann so langsam einen kleinen Hunger, was mich wieder zur Snackbar führte. Sven kam diesmal gleich mit, so konnten wir zusammen essen. Für mich gab es eine Currywurst mit Pommes, und Chicken Nuggets+Krautsalat und Pommes für Sven. Als wir fertig gespeist hatten, wollten wir uns eigentlich noch einen Cocktail genehmigen, für die ein Werbebanner direkt über der Cocktailbar blinkte, um so enttäuschter waren wir, als wir bemerkten das diese schon komplett geschlossen war.  Nun ja, so wechselte ich von Cola halt nur auf Georgia um mal einen anderen Geschmack im Mund zu haben, da ich mich für alkoholische Getränke ausser Cocktails einfach nicht begeistern konnte.
Währenddessen  lief die Aftershow-Party schon, und der Nachtmahr-Sänger+Freundin hatten sich an der Hauptbar niedergelassen und unterhielt sich angeregt mit ein paar Gästen, ebenfalls total locker und kontaktfreudig, genau wie alle anderen Künstler die sich an diesem Abend darboten.
Wir setzten uns hinter die Hauptbar um immer mal wieder zwischen sitzen und tanzen hin und herzuwechseln, denn inzwischen taten meine Füsse vom vielen Tanzen doch schon weh. So lange wie ich nicht mehr aus war bin ich das einfach nicht mehr gewohnt, man wird halt auch älter. Ich genoss weiterhin die Klänge die ein DJ auflegte, und so gegen 3:30Uhr entschieden wir uns, dass wir uns so langsam auf den Heimweg machen wollten, da so langsam die Müdigkeit zuschlug. Wir holten unsere Jacken, und nahmen uns ein Taxi. Diesmal standen schon wartend einige vor der Tür, was uns lästiges anrufen ersparte. Da alle Taxifahrer aus dem älteren Semester waren, nahmen wir einfach das erstbeste. Der Taxifahrer war äusserst irritiert von unserem Wunschziel, und diskutierte noch mit uns rum bevor er sich endlich auf den Weg machte. Sven unterhielt sich noch ein wenig mit ihm über Geschehnissen aus der Vergangenheit von denen er wohl gehört hatte, aber das interessierte mich wenig. Gegen 4Uhr waren wir wieder in Hornburg. Der Taxifahrer bekam sein Geld + einen Zuschlag, wir verabschiedeten uns, und machten uns die letzten paar Meter auf den Weg nach Hause, wo ich dann ziemlich schnell ohne Tablette und völlig fertig aber glücklich einschlief…

…to be Continued 3o.3.2012 zum 3. Festival of Darkness in der Music Hall Braunschweig.